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Wozu ein Grabmal?



Weil das Grabmal den Ort kennzeichnet,
an dem alle Trauernden ihre Gefühle ausdrücken können und dürfen.

Weil das Grabmal auch Kindern und Kindeskindern,
denen es versagt blieb, den verstorbenen Menschen kennenzulernen,
den Verstorbenen unmittelbar in Erinnerung (wach-)hält.



Weil man sich im Grabmal noch einmal öffentlich und
dauerhaft zur Liebe zum verstorbenen Menschen bekennen kann.

Weil sich im Grabmal zeigt, was uns
(vor und auch nach dem Tod) mit einem geliebten Menschen verbunden hat.

Weil sich im Grabmal der Dank für die gemeinsamen schönen
und schmerzlichen Erfahrungen zeigen kann, die mich geprägt,
gefestigt und verändert haben.
Weil die Einzigartigkeit des verstorbenen Menschen
im Grabmal noch lange Zeit für alle sichtbar bleibt.


Weil das Grabmal der Bezugspunkt für den letzen Dialog
ist und halt gibt in der Trauersituation.

    Weil sich im Grabmal der Schmerz über das Loslassen müssen
    von einem verstorbenen Menschen zeigen kann,
    aber auch die Bereitschaft und Fähigkeit zum Loslassen können.

Weil das Grabmal das Ende eines gemeinsamen Weges
im Leben markiert und den Ausgangspunkt für einen neuen Wegabschnitt,
den ich ohne den Verstorbenen beschreiten muss.